Beurre Blanc

Risotto ohne Rühren

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Beim Kochen gibt es viele unausgesprochene Regeln. Leider gehen diese Regeln meist nicht auf eine wissenschaftliche Grundlage zurück, sondern nur auf das Prinzip "das macht man so", oder "das haben wir immer schon so gemacht".

Mich reizt es dann immer besonders, zu sehen, ob es nicht doch einen anderen Weg gibt, der mir das Koch-Leben leichter macht und ein ebenso gutes Ergebnis liefert.

Ein gutes Beispiel ist ein Risotto: Die Regel besagt, dass man nach und nach die Brühe zum Reis zufügen muss, und ständig rühren solle. Das rührt wahrscheinlich daher, dass sich zum einen auf älteren Kochfeldern die Hitze nicht besonders fein regulieren lies. Zum anderen konnte man auf diese Weise ständig überprüfen, wie weit der Reis bereits gegart wurde und ob er noch etwas Brühe bzw. Garzeit benötigte. Das Schlotzige oder Schlonzige war dann womöglich ein aus der Not eine Tugend machen, denn durch das Rühren wird viel Stärke frei, die die Flüssigkeit bindet.

Heutzutage sind diese Gründe allerdings nicht mehr ausschlaggebend für ein gutes Risotto. Wer Reis sucht, der viel Stärke abgibt, wird in jedem besseren Supermarktregal fündig: Vialone Nano ist mein Tipp, aber auch mit Carnaroli erzielt man ein cremiges Risotto.

Einige moderne Kochfelder haben die Möglichkeit, die Temperatur gradgenau zu regeln. Den Reis bei 90 °C zu garen, ohne dass dieser am Boden ansetzt oder überkocht, ist dann ein Kinderspiel. Aber auch sonst lässt sich ein modernes Induktionskochfeld ziemlich genau steuern.

Möchte man sich das ständige Rühren sparen, muss nur noch das Verhältnis zwischen Reis und Flüssigkeit stimmen und das Risotto kocht sich fast von allein. Gart man es mit Deckel, benötigt man auf ein Teil Reis drei Teile Flüssigkeit. Für vier Personen als Hauptgericht somit 300 g Reis und 900 ml Brühe. Das Ganze dann mit Deckel 18 Minuten simmern lassen und zum Schluss ordendlich Butter, Parmensankäse und mit Säure in Form von Zitronensaft oder Weißweinessig abschmecken. Einfach kochen ohne Rezept.

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